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Gelsemium
Gelsemium sempervirens AIT.
Wilder Jasmin (Falscher Jasmin) - Giftig

Familie: Loganiaceae = Loganiengewächse
Beschreibung: Ein immergrüner windender Strauch mit lanzettlichen, gegenständigen Blättern und großen glockigen, gelben Blüten, die stark duften. Im Wurzelstock sind die Alkaloide Gelsemin und Gelsemicin enthalten. Gelsemium ist eine beliebte Zierpflanze.
Vorkommen: Nord- und Mittelamerika, an Flußufern.
Inhaltsstoffe: Verschiedene Alkaloide wie Gelsemin, Gelsemicin, Sempervirin u.a.

In der Homöopathie verwendete Teile: frischer Wurzelstock.
Hauptanwendungsbereich (Indikation): Grippe, Augenmuskellähmung, allgemeines Zerschlagenheitsgefühl, Durchfall, Fieber bei Kleinkindern, Lampenfieber, Magen-Darm-Erkrankungen, Meningitis, Trigeminusneuralgie, Nackenschmerzen, schmerzhafte Menstruation, wehenartige Schmerzen, falsche Wehen Gelsemium ist ein Heilmittel für Grippe, wobei die Beschwerden langsam auftreten, im Gegensatz zu Aconitum oder Belladonna, bei denen die Beschwerden plötzlich und recht heftig erscheinen. Es wirkt auch bei Schwindel, Lähmungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Erkrankungen, und schmerzhafter Menstruation.
Symptome des Patienten: Der Gelsemium-Patient ist ängstlich und fürchtet sich davor, zu fallen. Er fühlt sich benommen und wie zerschlagen. Sein Puls ist schnell, aber schwach. Er fröstelt leicht und ist müde und schläfrig. Er leidet unter allgemeiner Muskelschwäche, die mit Zittern besonders der Arme und Beine verbunden ist, aber auch Zittern der Zunge, wenn sie herausgestreckt wird. Der Kopfschmerz beginnt meistens im Nacken und zieht sich dann bandförmig um den Kopf bis zu den Augen. Nach Urinieren wird der Schmerz oft besser. Auf Schreck oder Aufregung (z.B. Lampenfieber) reagiert der Patient häufig mit Durchfall.
Verschlechterung des Befindens: Furcht, Angst, Aufregung, Schreck, schlechte Nachrichten, Wärme, feuchtes Wetter, Nebel, vormittags
Verbesserung des Befindens:
Vorwärtsbeugen, starkes Urinieren, im Freien, Bewegung

Detaillierte Beschreibung der Krankheitssymptome:
Geist, Gemüt:
Wunsch nach Ruhe, möchte allein sein, benommen, lustlos, matt. Gleichgültig gegenüber seiner Krankheit, Aufregung, Furcht, Schreck, führt zu körperlichen Beschwerden. Lampenfieber. Kind sucht Geborgenheit, klammert sich an der Mutter fest und schreit, als ob es Angst hätte zu fallen.
Kopf: Schwindelgefühl, strahlt vom Hinterkopf aus. Schweregefühl; Gefühl, als ob ein Band um den Kopf wäre, Hinterkopfschmerzen. Dumpfer, schwerer Schmerz, mit schweren Augenlidern; Druckgefühl, besser durch Druck und hochgelagerten Kopf beim Liegen. Schmerzen in den Schläfen, die sich bis zu den Ohren, den Nasenflügeln und dem Kinn ausdehnen. Kopfschmerz verbunden mit Muskelschmerzen in Nacken und Schultern. Besser durch Urinieren. Kopfhaut berührungsempfindlich.
Gesicht: Heiß, gerötet, traurig, kränklich aussehendes Gesicht. Gesichtsneuralgie, Haut ist im allgemein etwas dunkel; Kinn zittert, hängt herunter.
Augen: Augenlider schwer, Patient kann sie kaum öffnen. Doppeltsehen.
Sicht verschwommen. Lichtempfindlich. Tränend, gerötet.
Nase: Niesen; fühlt sich verstopft an über der Nasenwurzel, Trockenheit unter den Nasenflügeln. Wässrige Absonderung. Akuter Schnupfen mit dumpfen Kopfschmerzen und Fieber.
Ohren: Ohrensausen
Mund: Fauler Geschmack und Atem, Zunge, dick, belegt, gelblich, zitternd, betäubt, manchmal rot und trocken. Lippen dunkelrot. Mund und Lippen trocken, Lippen oft spröde oder rissig
Hals: Schluckbeschwerden, besonders bei warmen Speisen. Juckreiz und Kitzeln im Nasen-Rachenraum und weichem Gaumen. Mandeln geschwollen. Hals fühlt sich rauh und brennend an. Mandelentzündung, stechende Schmerzen bis ins Ohr. Gefühl eines Klumpen im Hals, der nicht heruntergeschluckt werden kann. Kann nur flüstern. Schlucken verursacht Schmerzen im Ohr.
Magen: Durstlosigkeit, Schluckauf; schlimmer am Abend, Gefühl von Leere und Schwäche in der Magengrube, oder auch Druck wie von einer schweren Last.
Stuhl: Durchfall durch emotionale Aufregung, Furcht, schlechte Nachrichten. Stuhlgang leicht oder unfreiwillig. Cremefarben, gelblich.
Urin: Viel, klar, wässrig, mit Frösteln und Zittern. Erschwertes Harnlassen, Urinfluss unterbrochen. Harnverhaltung.
Weiblich: Schmerzhafte Menstruation, geringer Ausfluss. Menstruation verzögert, Schmerz erstreckt sich bis zu Rücken und Hüfte. Halsschmerzen während Menstruation. Gefühl als ob Uterus gepresst wird.
Atemwege: Langsamer Atem, mit großer Erschöpfung. Druckgefühl auf Brust. Trockener Husten, Fließschnupfen. Kann nur flüstern; akute Bronchitis, Atmung beschleunigt.
Herz: Gefühl, in Bewegung sein zu müssen damit das Herz weiterschlägt. Langsamer Puls. Herzklopfen; Puls schwach. Puls langsam bei Ruhe, aber stark beschleunigt bei Bewegung. Schwacher, langsamer Puls bei alten Menschen.
Rücken: Dumpfer, schwerer Schmerz. Muskelschwäche, Schlaffheit. Jegliche geringe Anstrengung verursacht Müdigkeit. Nackenschmerzen, dumpfer Schmerz in Lendengegend, dehnt sich nach oben aus. Muskelschmerzen des Rücken, der Hüften und der Gliedmaßen, tief sitzend.
Gliedmaßen: Muskelschwäche, Muskelkrampf im Unterarm. Schreibkrampf. Zittern und allgemeine Gliederschwäche. Erschöpfung nach kleiner Anstrengung. Muskelschmerzen
Schlaf: Kann nicht völlig einschlafen. Schlaflosigkeit durch Erschöpfung,
unkontrolliertes Denken, Gähnen, Überreiztheit; wacht mit plötzlicher Zuckung aus Schlaf bzw. Halbschlaf auf, meint, er sei aus dem Bett gefallen
Fieber: Möchte aufgrund des Zitterns gehalten werden. Puls langsam. Kälteschauer laufen den Rücken hinauf und hinunter, wellenförmig. Hitze- und Schweißzustände, lang und erschöpfend. Muskelschmerzen, große Erschöpfung, starke Kopfschmerzen. Nervöses Frösteln, Durstlosigkeit.
Haut: Heiß, trocken, juckend, masernähnlicher Ausschlag; Masern, Scharlach mit gerötetem Gesicht und Betäubung.
Verwendete Potenzen: D2, D3, D4, D6, D12
Ähnlich wirkende Mittel: Ignatia, Ipecacuanha, Aconitum, Belladonna, Cimicfuga, Magnesium phosphoricum
Gegenmittel (Antidot): China, Coffea